Ritt auf der Kanonenkugel
– oder –
Eine Fahrt nach Magdeburg bei Vollgas mit dem Corrado VR6
Und da war
sie, meine erste große Fahrt mit dem mittlerweile nicht mehr ganz
so neuen Corrado.
Die Dämpfer,
die ich noch erneuern wollte, hatten im Zeitplan leider nicht mehr
gepaßt, so daß ich vorlieb mit den ausgelutschten
Dämpfern
nehmen mußte. Das hieß für mich, daß ich in schnellen
Kurvenfahrten sehr vorsichtig sein mußte. Aber: Passt schon.
Die Fahrt von
Köln nach Dessau (nähe Magdeburg) sollte laut Map&Guide etwa
5,5 Stunden dauern, na, mit dem Corrado
sollte es
sich doch unterbieten lassen. Vorweg: Ohne Stau und sonstige Hindernisse
wäre die Fahrt nach 3,5 Stunden vorbei gewesen.
Ich begab
mich also Freitags gegen 19 Uhr ins Auto, packte mir ne Sporttasche mit
Sachen für’s Wochenende mit rein und fuhr los.
Die etwa 100
km A1 waren nicht ganz so prickelnd, der Anzug des VR6 ist zwar prima,
aber wenn bei 160 – 180 km/h schluß ist,
dann kommt
das echt feeling nicht so auf. Nach einem gut halbstündigen Stau bei
Hagen ging es dann auf die A2.
Jeppa, als
diese dann 3-spurig wurde, merkte ich bald, daß sich das Lager in
zwei Teile spaltete: Diejenigen über 220 km/h
und diejenigen
unter 120km/h, was anderes gab‘s einfach nicht.
Es gab einige
lange Strecken, wo mein Corrado satte 260km/h laut Tache aufwies. Leider
habe ich weder auf den analogen
noch auf den
digitalen Drehzahlmesser für eine Überprüfung schauen können,
ich weiß nur, daß die Nadel des Drehzahlmessers
schon rotes
Land bedeckte. Dabei muß ich aber ehrlich sagen, daß ich, auch
wenn der Wagen noch schneller fahren würde,
ich es dann
nicht mehr getan hätte. Diese Geschwindigkeit ist einfach Overkill.
Auf den insgesamt gut 500km überholte mich
nur ein einziges
Fahrzeug (mit ca. 280km/h), es war ein Audi irgendwas 4.2, vielleicht ein
S6 oder so, kenne mich da nicht so aus.
Die Mercedes
S500, 5er BMW usw. stellte ich vorsichtig ohne zu drängeln an die
Seite zum parken, telweise aber auch
erst über
Tacho 240... Fährt man einmal so 200-300km am Stück mit weit
über 200km/h, merkt man wohl die immense
Konzentration,
die dafür nötig ist. Mir jedenfalls pochte das Herz zumindest
auf der Hinfahrt bis in den Hals. Bei all der Heizerei
darf man aber
wirklich nie vergessen, daß man im schlimmsten Fall nicht die Game
Over Anzeige sieht, sondern alles echt ist
und es leicht
möglich ist, mit dem Leben zu bezahlen. Also immer Abstand und vorsichtig.
Eine Kurve habe ich mit ca.250km/h
immerTachoangaben)
genommen, was grundsätzlich kein Problem gewesen wäre, aber ein
doch recht schwere Delle auf der linken Spur
genau in der
Kurve liess mein Auto schon wegen der schlappen Dämpfer gut aufschaukeln,
was mich beinahe aus der Bahn geworfen hätte.
Puuh, war
mir danach anders. Jaja, der wilde wilde Osten (es war kurz vor Mageburg),
grins.
Der Rest der
Fahrt verlief eigentlich recht ruhig, so daß ich nun zur Rückfahrt
überspringe.
Da hatte ich
mir vorgenommen, etwas ruhiger zu fahren, denn die Hinfahrt hätte
vom Herzklopfen her mit 100 Kaffees mithalten können.
Ja gut, sitze
im Corrado, gebe Gas und sämtliche Dinge, die ich mir vorgenommen
habe, gehen den Bach runter. Also linke Spur,
nicht drängeln,
aber Gas. Irgendwann war ich zeitweise im Gespann mit einem 5er BMW und
einem (größeren) Audi.
Wir fuhren
immer so um die 230-235km/h was eigentlich recht angenehm war. Ein Stück
bei Hannover war dann etwas freier,
so daß
ich wieder auf etwa 240km/h kam, als sich ein Passat etwa 300m vor mir
drehte (mögen vielleicht 160km/h gewesen sein).
Mein Gott,
war ich schockiert. Also bei trockener Bahn mal ABS probieren, nicht wirklich
prickelnd, aber wirkungsvoll.
Zum Glück
ist dem alten Pärchen nichts weiter passiert, der Passat ist zwar
Matsch, die Leitplanke hatte auch was abbekommen, aber alles ok.
Nach 10 Minuten
Trost und als die Polizei kam, führ ich dann mal weiter. Umpf, schon
wieder Zeit verloren, aber für sowas hört die Uhr dann
einfach auf
zu ticken.
Ups, trotz
Anzeige, daß 12 Liter auf 100km genug an Lebenssaft wären, mußte
ich dann doch noch mal tanken,
Gruß,
Rolf Winterscheidt
Rolf (at) Winterscheidt.de,
12.5.2000
Super Plus,
ich trinke ja auch kein reines Wasser ;-). Mal sehen was dieses 99 Oktan-Zeugs
von Shell (oder?) bringt.
Konnte ich
aber da nicht tanken. Zudem hab ich dann selbst auch nochmal ab- und aufgetankt.
Puuh, war auch nötig, grins.
1 Liter Öl
(Synth 5W-40) hat er dann auf die insgesamt 1300km doch noch gebraucht,
naja, war den Spaß wert. Interessant war allerdings,
daß
der 6-Zylinder während der doch recht langen rasanten Fahrt absolut
nicht gemuckt hat. Ich glaube ich hätte 10000 km fahren können
und er hätte
es spielend überlebt. Das hatte mich dann doch schon beeindruckt.
